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Der Arber gab der Reise seinen Namen.
Er hat den höchstgelegenen Gipfel im gesamten Böhmerwald: 1456 m ü.NN.
Die Nordseite des Arbers ist gänzlich vereinnahmt durch den Massenbetrieb der Alpinskifahrer.
Aber im Westen (hier der Blick vom Kleinen Arbersee aus) und Süden ist er tatsächlich noch „wild“. Dort ist eine traumhafte Region für Wanderungen mit Langlaufski, sei es querfeldein (Kleiner Arber), sei es auf optimal gespurten Loipen (Bretterschachten).
Mindestens einmal kommen wir zu seinem Gipfel, immer leicht erkennbar an seinen zwei „Kugeltürmern“
ehemals militärischen Zwecken dienend,
heute ist der eine zwecklos,
der andere beherbergt eine meteorologische Station.
Auch von ferne sind die Arbertürme immer noch leicht erkennbar.
Hier schauen wir zurück auf dem Weg über den kleinen Arber. Rechts der viel fotografierte Nebengipfel, “Richard-Wagner-Kopf” genannt.
Und hier ein Blick von der grün markierten Loipe auf Scheiben zum Grossen und zum Kleinen Arber.
Bekannt sind die „Arbermandln“, die Bergfichten und Latschen, die sich unter der Schneelast verneigen.
Am schönsten sind sie natürlich, wenn es dicht geschneit hat – oder wenn der Nebel über den Gipfel stürmt.
Bei einer der Erkundungstouren haben meine Frau
Bei unserer ersten Gruppenreise im Januar 2010 hatten wir hier dagegen ein traumhaftes Sonnenwetter. Der Arbergipfel bot uns zum Beispiel
herrliche Blicke zu den Alpen
(erkennbar nur als schmaler blauer Streifen oberhalb des Nebels)
und über Bayerisch Eisenstein ins Böhmische.
(Im Hintergrund, etwas rechts der Mitte sieht man klein eine Rauchwolke emporsteigen: Das ist genau im Osten das Atomkraftwerk Temelin bei Budweis. Übrigens: Gegenüberliegend im Südwesten sieht man an klaren Tagen in ähnlicher Entfernung eine ähnlich große Wolke: sie gehört zum Atomkraftwerk von Ohu, nahe Landshut.)
Zum Gipfel des Arbers ging es bequem mit der Gondel hoch,
danach in Serpentinen mit (insbesondere bei dem recht griffigen Schnee) unproblematischen Gefälle die Tourenabfahrt hinunter zum Bretterchachten (im Hintergrund die beiden Gipfel des Ossers)
und zur gemütlichen Chamer Hütte, unserer einsam gelegenen Lieblingseinkehr gleich unter dem Kleinen Arber, auf 1300 m Höhe.
(Wie in der Schweiz muss man im Vorraum Langlaufschuhe gegen Pantoffeln tauschen. An schönen Tagen kann es sein, dass so viel Betrieb ist, dass man warten muss, bis ein früherer Gast seine Pantoffeln zurückbringt. So kann der Gastraum nicht überfüllt werden. Und es gibt exakt so viele Stühle wie Pantoffeln.)
Der zweite prägnante Berg unserer Tour ist der Osser. Von unserem Quartier, in der Mooshütte am Kleinen Arbersee
haben wir seine beiden Gipfel (in Böhmen nennt man sie Muttergottesbusen) direkt vor Augen. (Übrigens links eingezäunt der sehens-, riechens- und schmeckenswerte Kräutergarten dieser gemütlichen Pension.)
Für viele ist der Osser (nicht nur wegen seiner Busenform) der schönste Berg des Böhmerwaldes. (Für mich auch. Ich bin in Lam geboren und der Osser ist der Hausberg von Lam.) – Hier der Blick von der Hochebene des Zwerchek zum Osser, aufgenommen Mitte April 2009
Bei unserer Gruppenreise im Januar war zu viel Neuschnee gefallen, auch mit den Skiern sank man zu tief ein, der Ossergipfel war unbesteigbar.
Zu Besteigen ist der Grenzberg im Winter tatsächlich nur bei sehr guten Bedingungen – und auch dann alles andere als leicht.
Dafür entschädigt oben der traumhafte Blick, hier vom Gipfel des Grossen zum Gipfel des Kleinen. (Aufgenommen bei einer Erkundungstour im schneearmen Winter 2008.)
Etwas leichter ist das Zwercheck zu besteigen. Aber auch dafür war bei unserer Protoreise im Januar 2010 einfach zu viel Neuschnee gefallen. Die Abfahrt wäre dadurch zwar problemlos gewesen, aber der Aufstieg war für Langlaufski ohne Felle zu steil. Reiseleitungshelfer Rudi Simeth (er wird 2011 der Hauptreiseleiter der Tour sein) hat das Zwercheck immerhin mit einer Kleingruppe mit Schneeschuhen erklommen, freilich ohne Sicht im dichtesten Nebel.
Die Grenze führt über das Zwercheck.
(Hier reihen sich die bayerischen Grenzpfosten in Richtung Norden. Rechts der Gebirgszug des Hohen Bogen, links der Gebirgszug des Kaitersberg.)
Der Gipfel liegt in Bayern.
(Hier mit Blick zum Arber.)
Gleich hinter dem Gipfel senkt sich mit leichtem Gefälle eine traumhafte großflächige Hochebene in Richtung Böhmen.
Hier im Hintergrund der Stausee bei Nyrsko/Neuern, nochmals dahinter die Further Ebene, die den Böhmerwald trennt in den nördlichen Oberpfälzer Wald / Cesky Les und den südlichen Bayerwald / Sumava. Östlich senkt sich die Hochebene noch flacher in Richtung der steilen Wände von zwei tschechischen Gletscherseen: Schwarzen- und Teufelssee.
Wer sich auskennt, kann die Aussichtspunkte auf die beiden Seeflächen finden.
(Hier Blick hinab zur Seefläche des Schwarzensees.)
Ich musste auch für das Zwercheck auf Bilder von Erkundungsreisen im Frühjahr zurückgreifen.
Ende März sind die besten Bedingungen, wenn der vom wärmeren Wetter verdichtete, aber doch noch weiche Schnee eine gute Grundlage bildet, um (auch mit nur halbwegs guter Kondition und Technik) in Serpentinen durch den Wald den Aufstieg und die Abfahrt zu schaffen.
Die Bilder sind geschossen mit einer einfachen Handy-Kamera,
zum einen Anfang April 2009, bei traumhaften Sonnenschein.
Zum anderen Ende März 2010,
als Nebelschwaden über die Hochebene von Zwercheck, Osser und Arber rasten.
Auch wenn Osser und Zwercheck wegen zu viel Schnee im Januar 2010 nicht zu besteigen waren, es gab genug wunderschöne Alternativtouren.
Zum Beispiel durch eindrückliches tschechisches Niemandsland, etwa nahe Böhmisch Eisenstein durch Deffernik und Ferdinandsthal zum Zwiesler Waldhaus
oder eine Tour oben vom Holzarbeiterdorf (das in Zeiten des Sozialismus ein für Zivilisten unzugängliches Soldatendorf werden musste) Prasily/Stubenbach, vorbei am kleinsten und wohl auch idyllischsten Gletschersee des Böhmerwaldes, dem Lakasee, ins verschwundene, von Panzerübungen zerschossene Glashüttendorf Hurkental, indem nur noch die renovierte Ruine der Gruft der Glashüttenherren Abele stehen blieb.
Oder über die Schachten, die “Almwiesen des Böhmerwaldes”.
(Hier der Jährlingsschachten mit dem für diese Freiflächen typischen einzelstehenden Bergahorn, der dem hier im Sommer weidenden Jungvieh Schatten spenden sollte.)
Und großartige Aussichten hatten wir,
nicht nur bei Traumwetter vom Grossen Arber (siehe oben)
ebenso z.B. vom Kleinen Arber zum Osser
vom Kleinen Arber hinauf zum Grossen Arber
vom Kleinen Arber hinunter auf die Mooshütte
von der Auerhahnloipe am Bretterschachten in den “vorderen Wald”
vom Mittagsplatzl auf der Seewand über den Grossen Arbersee in die Böhmischen Berge,
und von unserem Quartier, der Mooshütte, auf den Arber.
Jeden Tag sind wir eine andere Tour gegangen, oft querfeldein, über Freiflächen
(hier der Kleine Arber …)
oft durch dichte Wälder
(hier zwischen dem Grenzbach bei Gsenget und dem Schachtenhaus)
manchmal durch Alleen
(hier Richtung Ferdinandsthal, dem einsamen Grenzübergang nahe Zwieslerwaldhaus)
Zwischendrin haben wir dann wieder die bestgespurten Loipen
am nahen Bretterschachten genutzt,
oder auch die Loipen auf den Scheiben
oder die Bayerwaldloipe zwischen Bayerisch Eisenstein und Zwiesel.
Mal anstrengend bergauf,
(hier zum Kleinen Arber),
mal mit kleinen Hindernissen,
(hier Am Weg zum Schachtenhaus),
mal etwas abenteuerlich bergab
(hier vom Kleinen Arber zur Bretterschachtenloipe).
Mal bei Traumwetter
über dem Nebel,
Danke an die Mooshütte, an Volker und sein Team,
die trotz der vielen Arbeit und Sonderschichten wegen der Schneemassen immer Zeit für uns hatten,
uns mit gutem bayerischen Essen verwöhnten (Danke für den großartigen “Sterz”!)
und immer freundlich bedienten und halfen! – Wir kommen wieder!
Danke Rudi, für die vielen Orientierungshilfen, für
Deine leidenschaftlichen Erklärungen und für Deine wunderbaren Lieder …
Schön, dass Du 2011 die Hauptreiseleitung der Tour übernimmst.
Ich freue mich schon wieder auf die Reise!
(Rudi Simeth hier am Mittagsplatzl, über der Seewand des großen Arbersees.)
Und vor allem Danke liebe Mitreisende,
Ihr ward eine großartige Gruppe!
(Hier ein Teil der Gruppe am Schachtenhaus.
Unten sind wir gerade auf dem Weg dorthin.)
Die Fotos sind entweder im Januar 2010 bei der Langlauftour “Am wilden Arber” von den Gästen dieser Reise gemacht
oder von Erwin Aschenbrenner bei Erkundungsreisen zu dieser Tour, vor allem im März/April 2008 und 2009.
Schlagworte: Skilanglauf Winterreisen


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