„Am wilden Arber“ 16.02. – 23.02.2013, von Peter Henle

Bahnhof Bayerisch Eisenstein

Samstag, 16. Februar 2013

Der ICE in Plattling hatte eine viertel Stunde Verspätung, so dass die Waldbahn schon weg war. Als ich ausstieg, sah ich Heinz, den ich von den letzten beiden Grenzkammtouren kannte. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir in Bayerisch Eisenstein an, wo uns Erwin gleich ein Stück hoch fuhr und uns dann an der Bayerwaldloipe absetzte. Wir schnallten die Ski an und liefen weiter hoch in Richtung Brennes. Später kam uns Erwin entgegen und wir liefen gemeinsam zum Brennes und von dort an hinunter zur Mooshütte, unserem Quartier für die nächsten 7 Tage. Nach dem Abendessen wurde wie üblich das Programm für die nächsten Tage erklärt und dann gab es die Vorstellungsrunde.

Aufstieg

Sonntag, 17. Februar 2013

Kurz nach 9 Uhr starteten wir. Den ersten Kilometer bis zum kleinen Arbersee trugen wir die Ski (zuerst Straße, dann einige Bachüberquerungen), dann schnallten wir die Ski an und es ging die ersten dreieinhalb Kilometer auf Waldwegen steil bergauf auf den Sattel zwischen kleiner Arber und Enzian, dann eben weiter über Enzianwiese und Hüttlschachten und hinunter zur Auerhahnloipe, die vom Bretterschachten zum Eck führt. Auf dieser Loipe liefen wir – meist bergab – bis zur Berghütte Schareben, wo wir Mittagspause machten. Nach der Pause fuhr ein Teil der Gruppe mit Erwin die Rodelbahn hinunter nach Oberried und dann mit dem Bus nach Lam, während der Rest mit Rudi auf der Auerhahnloipe – nun wieder mehr bergauf – weiter lief.

Rudi

In Höhe des Mühlriegel verließen wir Loipe und fuhren auf Waldwegen hinunter nach Vorderöd und dann abenteuerlich über Wiesen und Zaun auf die Straße, auf der wie die letzten paar hundert Meter zu Fuß hochliefen zum Einödhof Waldeck, wo wir kurz nach 16 Uhr eintrafen. Nachdem auch die andere Gruppe angekommen war, gab es eine hervorragende Gemüsesuppe und eine zünftige bayerische Brotzeit zum Essen. Später kam Erwins Freund Alois und erzählte uns einiges über den Lehrer und Heimatdichter Pokorny aus Lam. Zur Mooshütte fuhren wir mit dem Taxi. Die heutige Strecke betrug ca. 25,1 km und 661 Höhenmeter.

 

Brotzeit

 

 

 

 

 

 

 

Grenzbach

Montag, 18. Februar 2013

Heute starteten wir schon vor 9 Uhr, da wir den Bus vom Brennes nach Bayerisch Eisenstein um 922 Uhr erreichen wollten. Wir stiegen erst über die Wiese und dann die Rodelbahn hinauf zum Brennes und fuhren mit dem Bus zum Bahnhof Bayerisch Eisenstein. Dort überquerten wir die Grenze nach Tschechien und liefen querfeldein Richtung Debrnik (ehemaliges Grenz-Militärgebäude), Nun ging es auf Loipen bergab Richtung Zwieseler Waldhaus und kurz hinter Ferdinandsthal waren wir wieder in Deutschland. Um das Wirtshaus und Wildniscamp Am Falkenstein herrschte Hochbetrieb, hier waren einige Skikurse und Schulklassen unterwegs, so dass man aufpassen musste, dass man nicht der falschen Gruppe hinterherlief. Kurz nach 12 Uhr erreichten wir das Haus der Wildnis, wo wir Mittagspause machten.

Nach der Pause mussten wir die Ski erst mal gute 2 km tragen. Im Freigehege konnten wir noch Wölfe beobachten, Luchse waren leider nicht zu sehen. Nun ging es ungespurt und wildromantisch am großen Regen entlang bis Regenhütte und danach weiter auf der Loipe bis Seebachschleife. Einige fuhren mit Erwin von hier aus mit dem Bus zum Brennes, während wir auf schönen Waldwegen entlang des Seebaches hinauf zum Großen Arbersee liefen. Da wir den letzten Bus nicht erreichten, holte uns Volker, der Wirt der Mooshütte ab. Die Strecke betrug 23,2 km und 682 Höhenmeter.

 

hoch zum Arbersee

 

 

 

 

 

 

 

hinauf zur Chamer Hütte

Dienstag, 19. Februar 2013

Nachts hatte es geschneit und es schneite immer noch, als wir wieder kurz nach 9 Uhr starteten. Wie am Sonntag liefen wir vorbei am kleinen Arbersee in Richtung Sattel zwischen kleiner Arber und Enzian und bogen dann nach ca. zweieinhalb km links ab und querten den Osthang des kleinen Arber zur Chamer Hütte. Weiter ging es ein kurzes Stück Loipe und links ab auf Forstwegen hoch Richtung Großer Arber. Kurz vor der Zwieseler Hütte trafen wir einen Tourenskigeher, der ganz schön staunte, als wir mit unseren Langlaufskiern aus dem Nebel auftauchten. Das Staunen wurde noch größer, als die „Schlange“ immer länger wurde.

Am Gipfelkreuz

Die meisten blieben im Windschatten vor der Zwieseler Hütte stehen, aber einige wagemutige gingen trotz des stürmischen Wetters und der schlechten Sicht hoch zum Gipfelkreuz. Die Abfahrt auf den Forstwegen war durch den Neuschnee wunderbar zu fahren. Wieder an der Chamer Hütte angelangt war Zeit für die Mittagspause. Anschließend fuhren wir die Tourenabfahrt nach Bodenmais, was bei den guten Schneeverhältnissen ein reines Vergnügen war. Mit dem Bus ging es zurück zum Brennes und auf Skiern hinunter zur Mooshütte. Die Strecke betrug 17,5 km und 621 Höhenmeter. Nach dem Abendessen wurde kräftig gesungen.

 

Arbermandl

 

 

 

 

 

 

 

Blauer Himmel

Mittwoch, 20. Februar 2013

Als wir heute um kurz vor 9 Uhr starteten, begleitete uns Alois, den wir ja schon vom Sonntag kannten. Wir fuhren nicht den direkten Weg über die Rodelbahn hoch, sondern etwas gemütlicher über den gläsernen Steig. Am Brennes steht ein Gedenkkreuz für den Forstgehilfen Johann Fürst, über dessen Tod uns Alois etwas erzählte. Dann ging es weiter bergauf bis zur Bayerwaldloipe auf der wir genüsslich, weitgehend bergab bis Scheiben fuhren. Da in der Zwischenzeit die Sonne herausgekommen war, wurde natürlich viel fotografiert. Nun verließen wir die Loipe, überquerten die Straße und liefen querfeldein durch unberührten Schnee, vorbei an den noch stehenden Gebäuden von Scheiben, hinunter nach Eben.

Blick auf den Großen Arber

Hier musste Rudi erst den Weg suchen und es ging anfangs abenteuerlich, später auf einem Wanderpfad bergauf nach Oberhaiderberg, wo die Pension extra für uns geöffnet hatte. Es gab einen sehr guten Gemüseeintopf und danach mit Zwetschgen gefüllte Ofennudeln. Frisch gestärkt ging es zurück nach Eben und dann weiter leicht bergauf und bergab bis auf den letzten knappen Kilometer, der sehr steil hochführte. Gegen halb 5 Uhr kamen wir nach 18,1 km und 536 Höhenmeter wieder an der Mooshütte an.

 

 

Gemüseeintopf

 

 

 

 

 

 

Teufelssee

Donnerstag, 21. Februar 2013

Um viertel vor 9 Uhr fuhren wir mit den Autos los nach Bayerisch Eisenstein zum Bahnhof, von wo aus wir mit dem Zug um 9 Uhr 17 nach Spicak fuhren. Von hier aus liefen wir wieder querfeldein hoch zum Teufelssee, einem von 8 Böhmerwald-Seen (5 auf der böhmischen und 3 auf der bayerischen Seite) die alle aus Gletschern hervorgegangen sind. Weiter ging es durch tief verschneite Wälder querfeldein – wir mussten auch einige Skipisten queren – , zuerst bergab, dann wieder bergauf zum Pancir, wo wir Mittagspause machten.

 

Pancir

Danach ging es nur noch bergab hinunter nach Markt Eisenstein. Die letzten Meter fuhren wir auf einer Skipiste unter eine laufenden Schneekanone durch. Die Zeit bis zur Busabfahrt verbrachten wir im Cafe Charlotte und genossen die angebotenen Kuchen. Mit dem Bus fuhren wir wieder zum Brennes. Die Strecke betrug 16,2 km und 494 Höhenmeter. Nach dem Abendessen erzählte uns Volker einiges über die Geschichte der Mooshütte, vor allem über den Brand und den Wiederaufbau.

 

 

Cafe Charlotte

 

 

 

 

 

 

 

Eiszapfen

Freitag, 22. Februar 2013

Gegen 9 Uhr starteten wir unsere letzte Tour. Wieder ging es hoch zum Brennes, wobei Rudi noch mal einen neuen Pfad ging. Die Strecke von Brennes nach Scheiben kannten wir bereits vom Mittwoch. Nach einer Pause ging es ungespurt weiter im Künischen Gebirge unterhalb des Zwercheck bis unterhalb des Osser und dann über Wiesen hinunter nach Thürnstein, wo wir im Wirthaus „Bräu Rosl“ erwartet wurden. Mit dem Taxi fuhr die erste Gruppe, die noch nicht genug hatte bis Scheiben und lief auf der Loipe zurück zum Brennes und Mooshütte, während der Rest direkt mit dem Taxi zur Mooshütte fuhr.

Frische Spur im Schnee

Die Strecke betrug 16,8 km und 397 Höhenmeter(ohne Rückfahrt Scheiben Mooshütte). Ich sammelte die Fotos von allen Teilnehmern ein und stellte einige zusammen, die wir nach dem Abendessen über den Beamer anschauten, Rudi sang nochmal das Arberlied. Am Samstag nach dem Frühstück ging es dann wieder nach Hause.

Vielen Dank an Rudi, der uns immer gut führte und uns wirklich den wilden Arber zeigte, an Barbara, die als Schlussläuferin immer aufpasste, dass niemand verloren ging, an Erwin und Alois, die uns je 2 Tage begleiteten und an die Mitreisenden, die alle dazu beigetragen haben, dass wir eine schöne Langlaufwoche als tolle Gruppe erlebt haben.

Bewerten Sie diesen Bericht!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Bisher keine Bewertungen)
Loading...

Kommentieren