Archiv für die Kategorie „Krakau und Karpaten“

Kulturwandern Krakau und Waldkaparten Mai 2012

Freitag, 13. Juli 2012

Endlich!
Nach langer Bahnfahrt nach Krakau,und danach einer kürzern mit Bus erreichen wir am Abend unsere Unterkunft in Banica in den Niederen Beskiden.
Wir,wir das sind acht Teilnehmer und Iwona unsere Reiseleiterin.
Die Unterkunft in Banica ähnelt eher einen Museum.In den Zimmern,Fluren und im Treppenhaus stehen alte Apparate und Möbel.An den Wänden hängen Musikinstrumente und 1001 andere Kleinigkeiten.
Ich bin mir sicher das ich immer wieder neue Sachen entdecken würde.
Betrieben wird die Unterkunft von Jola und Tomek.Diese liegt etwas abseits an einem Bach,und von den Zimmern hat man einen Ausblick auf grüne Wiesen auf denen Pferde und Ziegen weiden.
Unsere erste Wanderung führte uns nach Bartne.Einen kleinen Dorf,wo eine orthodoxe Messe besucht wurde.Mit anschließenden Gespräch mit dem Priester.Danach Besuch einer im Ort befindlichen Museumskirche.Anschließend waren wir zum Kaffeetrinken bei einer Lemkenfamilie eingeladen.
Am nächsten Tag ging es mit Autos in die slowakische Stadt Bardejov.Mit einem hübschen Marktplatz mit einer Kirche von der man einen tollen Überblick über die Stadt und die Umgebung hat.Man kann über den Marktplatz und an der Stadtmauer entlang schlendern,oder sich in eins der Cafe´s am Marktplatz setzen,die sich in einem der Hinterhöfe befinden.
Die Wanderung auf dem Rückweg führte uns durch einen alten Buchenwald.In dem herabgefallendes Holz und umgefallende Bäume liegen gelassen werden.Allerdings mußten wir auch ein Stück über eine Sandpiste,die für die Holzwirtschaft angelegt wurde.Bevor es erst wieder in den Wald,und danach durch und an Wiesen voller Orchideen,Minze und Störchen vorbei ging.
Der polnische Schriftster Andrzej Stasiuk sollte sich am nächsten Tag wie ein roter Faden durch den Tag ziehen.
Als erstes wurde die Stadt Dukla besucht.Die Stadt wurde durch seinen Roman“Die Welt hinter Dukla“ bekannt.
In Dukla bekammen wir eine sehr lebendig gehaltene Stadtführung.
Nach kurzen Aufenthalt ging es zu unserer abenteuerlichsten Wanderung.Das Abenteuer fing schon am Abzweig von der Hauptstrasse zu einer Schlaglochpiste an,die uns zu unserem Startpunkt bringen sollte.Diese Piste konnte nur Tomeks Pajero bewältigen.Neben dem Fahrer mußten noch neun Wanderer untergebracht werden.Also mußten zwei außen auf den Trittbrettern mitfahren.
Das besondere war das der Wanderweg mehrmals einen Bach querte,über die es keine Brücken gab.Es mußte also zu Fuß durch den Bach gewatet werden.Nasse Füße waren also garantiert.Nach kurzer Pause in Stasiuks Heimatdorf,ging es durch ein Waldstück namens Kanada zurück zur Unterkunft.
Der nächste Tag war frei.Konnte also nach belieben gestalltet werden.Wandern,Fahrrad fahren,faulenzen oder Schuhe vom Vortag trocknen.
Abends gab es ein wunderschönes Konzert einer Lemkenfamilie in unserer Unterkunft.Mit Volksmusik der Lemken und Osteuropa.
Am nächsten Tag hieß es Abschied von Jola und Tomek und dem Land der Lemken nehmen.Ein Bus brachte uns mit einem Zwischenstop in Nowy Sacz,wo ein Ikonenmuseeum besucht wurde, nach Krakau.
Krakau ist der Kontrast zu Banica.Lebendiger,quirliger, aber auch lauter und hektischer.
In den nächsten zwei Tagen sollte uns die Stadtführerin Barbara durch die Kazimierz,Wawel und die Altstadt mit Marienkirche führen.Nachmittags hatten wir immer Zeit für eigene Erkundungen.Sehr zu empfehlen sind meiner Meinung nach zwei Museen die ich besucht habe.
Die Ausstellung in der ehem. Fabrik Oskar Schindlers,über die Okkupation Krakaus von 1939-45.Eine sehr gute und intensive Ausstellung.
Das andere ist das Rynek Underground Museum.Dieses Museum befindet sich 5m unter dem Marktplatz von Krakau.Es vermittelt das Leben in Krakau bis zurück ins Mittelalter.Es aber ein Heimatmuseum zu nennen wäre aber falsch.
Beide oben genannten Museen heben sich angenehm von der Masse ab.Sie sind multimedial und intelligent aufgebaut,und beschränken sich nicht nur auf reine Wissensvermittlung.Sehr empfehlendswert.
Wer Ruhe von dem treiben in der Altstadt sucht, sei ein Spaziergang an der Weichsel oder der Jordanpark empfohlen.
Der letzte Abend kommt dann viel zu schnell.In einem jüdichen Restaurant mit anschließendem Klezmerkonzert wurde Abschied gefeiert.
Der nächste Tag war dann der Abschied.
Unser dank gilt vor allen Jola und Tomek für ihre Gastfreundschaft und Bewirtung ,vor allem der selbstgemachte Ziegenkäse.Beim Wettergott für stralenden Sonnenschein, und bei Iwona, die auf ihre sehr persönliche Art und Weise die Reise begleitet hat
Abschließend möchte ich noch ein Wort zu den Lemken sagen .Die Lemken sind eine Volksgruppe ,die oft Opfer der wechselenden Machtverhältnisse wurden.Sei es Nationalität oder Konfession.Sie wurden vertrieben,und nun kehren sie wieder langsam zurück.
In Polen gibt es den Spruch „In Dukla drehen die Krähen um“.Davon sollte man sich aber nicht beeindrucken lassen.Es lohnt sich die Welt hinter Dukla zu entdecken.
Der Heimat der Lemken.
Vielen Dank für einen unvergesslichen Urlaub.
Andreas Käßner