Archiv für die Kategorie „Kultur-Reisen“

Literarische Reise zwischen slowenischen Karst und Triest

Freitag, 13. Juli 2012

Vielen Dank für die Reise zwischen slowenischen Karst und Triest im Mai / Juni 2011. Es ist bei uns immer noch Gesprächsthemaund wird es auch noch einige Zeit bleiben. Dank bestem Wetter und ausgezeichneter Harmonie zwischen uns 9 Reiseteilnehmern, dem Literaten Arthur und unserem ortskundigen einheimischen Führer Andrej, war die Reise ein voller Erfolg. Ich erlebe die Reise öfters neu, wenn ich aus meinenGedanken, meinem Fundus von Skizzen und Fotos ein neues Aquarell male. Es ist alles noch so präsent, Arthurs Lesungen im Einklang mit der Umgebung, in der Natur, die urige Landschaft, es kommt alles so schnell wieder und ist so lebendig, wenn ich meine Skizzen und Fotos anschaue und dann den Druck verspüre, es in ein Bild umzusetzen. Anbei ein paar Eindrücke, die mir stark in Erinnerung geblieben sind und die ich auch teilweise in Aquarelle umgesetzt habe.

Skofia Loka Kapuzinerbrücke über die Sora

Unsere erste Unterkunft befand sich in einem der ältesten Häuser, liebevoll reszauriert, direkt am Fluß. Es ist das dritte Gebäude von der Brücke nach rechts.

Arthur liest in Skofia Loka am Altarm der Sora

Beim Ausflug nach Ljubljana lernten wir die vielfältige Architektur kennen.

Franziskanerkirche mit Uferpromenade an der Ljubljanica

Unsere zweite Unterkunft befand sich im Dorf Kobdilj im Weinhof bei der Familie Fratnik. Die Haustochter Erika verwöhnte uns jeden Morgen mit einem opulenten Frühstück aus Schinken, Käse, Obst und einem Omlett nach individuellen Wünschen, selbstverständlich mit Kaffee und Tee.

Schwarze Küche in Kobdilj

Schwarze Küche in Kobdilj als Aquarell

Die Kamine sind typisch für diese Gegend. Die spezielle Bauweise mit den Öffnungen an den Seiten verhindern ein Zurückdrücken des Rauchs wenn die Bora, dieser starke Fallwind bläst.

Auf unseren Wanderungen erlebten wir die vielfältigsten Eindrücke dieser herben Karstlandschaft mit seine Kulturdenkmälern.

Stanjel

Stanjel, das Dorf neben Kobdilj, mit seinen malerischen Gassen, einen Spaziergang entfernt.

Haus in Stanjel

Eines der ältesten Häuser in Stanjel, mit Steinplatten gedeckt, steinerne Dachrinne und im Vordergrund der steinerne Topf als Öffnung der Zisterne, eine grandiose Steinmetzleistung.

Bora im Aquarell

Bora

Einkleiner Eindruck der Bora, diesem Fallwind aus dem Osten, der das Gras fast zum Liegen bringt.

Ich versuchte es im Aquarell darzustellen.


Pferde

Auch das erlebten wir auf unseren Wanderungen „Wer ist hier neugieriger?“

Arthur und Andrej

Im ehemaligen Wohnhaus des Karst-Dichters Kosovel inTomaj. Andrej trägt ein Gedicht von Kosovel vor, untermalt mit Musik von Arthur am Flügel.

Abendessen

Slowenische Gastfreundschaft bei Andrejs Oma im Weinhof.

Ander Kirche von Tabor

Eine Ruhepause zum Schluß an der Kirche von Tabor

Kulturwandern Krakau und Waldkaparten Mai 2012

Freitag, 13. Juli 2012

Endlich!
Nach langer Bahnfahrt nach Krakau,und danach einer kürzern mit Bus erreichen wir am Abend unsere Unterkunft in Banica in den Niederen Beskiden.
Wir,wir das sind acht Teilnehmer und Iwona unsere Reiseleiterin.
Die Unterkunft in Banica ähnelt eher einen Museum.In den Zimmern,Fluren und im Treppenhaus stehen alte Apparate und Möbel.An den Wänden hängen Musikinstrumente und 1001 andere Kleinigkeiten.
Ich bin mir sicher das ich immer wieder neue Sachen entdecken würde.
Betrieben wird die Unterkunft von Jola und Tomek.Diese liegt etwas abseits an einem Bach,und von den Zimmern hat man einen Ausblick auf grüne Wiesen auf denen Pferde und Ziegen weiden.
Unsere erste Wanderung führte uns nach Bartne.Einen kleinen Dorf,wo eine orthodoxe Messe besucht wurde.Mit anschließenden Gespräch mit dem Priester.Danach Besuch einer im Ort befindlichen Museumskirche.Anschließend waren wir zum Kaffeetrinken bei einer Lemkenfamilie eingeladen.
Am nächsten Tag ging es mit Autos in die slowakische Stadt Bardejov.Mit einem hübschen Marktplatz mit einer Kirche von der man einen tollen Überblick über die Stadt und die Umgebung hat.Man kann über den Marktplatz und an der Stadtmauer entlang schlendern,oder sich in eins der Cafe´s am Marktplatz setzen,die sich in einem der Hinterhöfe befinden.
Die Wanderung auf dem Rückweg führte uns durch einen alten Buchenwald.In dem herabgefallendes Holz und umgefallende Bäume liegen gelassen werden.Allerdings mußten wir auch ein Stück über eine Sandpiste,die für die Holzwirtschaft angelegt wurde.Bevor es erst wieder in den Wald,und danach durch und an Wiesen voller Orchideen,Minze und Störchen vorbei ging.
Der polnische Schriftster Andrzej Stasiuk sollte sich am nächsten Tag wie ein roter Faden durch den Tag ziehen.
Als erstes wurde die Stadt Dukla besucht.Die Stadt wurde durch seinen Roman“Die Welt hinter Dukla“ bekannt.
In Dukla bekammen wir eine sehr lebendig gehaltene Stadtführung.
Nach kurzen Aufenthalt ging es zu unserer abenteuerlichsten Wanderung.Das Abenteuer fing schon am Abzweig von der Hauptstrasse zu einer Schlaglochpiste an,die uns zu unserem Startpunkt bringen sollte.Diese Piste konnte nur Tomeks Pajero bewältigen.Neben dem Fahrer mußten noch neun Wanderer untergebracht werden.Also mußten zwei außen auf den Trittbrettern mitfahren.
Das besondere war das der Wanderweg mehrmals einen Bach querte,über die es keine Brücken gab.Es mußte also zu Fuß durch den Bach gewatet werden.Nasse Füße waren also garantiert.Nach kurzer Pause in Stasiuks Heimatdorf,ging es durch ein Waldstück namens Kanada zurück zur Unterkunft.
Der nächste Tag war frei.Konnte also nach belieben gestalltet werden.Wandern,Fahrrad fahren,faulenzen oder Schuhe vom Vortag trocknen.
Abends gab es ein wunderschönes Konzert einer Lemkenfamilie in unserer Unterkunft.Mit Volksmusik der Lemken und Osteuropa.
Am nächsten Tag hieß es Abschied von Jola und Tomek und dem Land der Lemken nehmen.Ein Bus brachte uns mit einem Zwischenstop in Nowy Sacz,wo ein Ikonenmuseeum besucht wurde, nach Krakau.
Krakau ist der Kontrast zu Banica.Lebendiger,quirliger, aber auch lauter und hektischer.
In den nächsten zwei Tagen sollte uns die Stadtführerin Barbara durch die Kazimierz,Wawel und die Altstadt mit Marienkirche führen.Nachmittags hatten wir immer Zeit für eigene Erkundungen.Sehr zu empfehlen sind meiner Meinung nach zwei Museen die ich besucht habe.
Die Ausstellung in der ehem. Fabrik Oskar Schindlers,über die Okkupation Krakaus von 1939-45.Eine sehr gute und intensive Ausstellung.
Das andere ist das Rynek Underground Museum.Dieses Museum befindet sich 5m unter dem Marktplatz von Krakau.Es vermittelt das Leben in Krakau bis zurück ins Mittelalter.Es aber ein Heimatmuseum zu nennen wäre aber falsch.
Beide oben genannten Museen heben sich angenehm von der Masse ab.Sie sind multimedial und intelligent aufgebaut,und beschränken sich nicht nur auf reine Wissensvermittlung.Sehr empfehlendswert.
Wer Ruhe von dem treiben in der Altstadt sucht, sei ein Spaziergang an der Weichsel oder der Jordanpark empfohlen.
Der letzte Abend kommt dann viel zu schnell.In einem jüdichen Restaurant mit anschließendem Klezmerkonzert wurde Abschied gefeiert.
Der nächste Tag war dann der Abschied.
Unser dank gilt vor allen Jola und Tomek für ihre Gastfreundschaft und Bewirtung ,vor allem der selbstgemachte Ziegenkäse.Beim Wettergott für stralenden Sonnenschein, und bei Iwona, die auf ihre sehr persönliche Art und Weise die Reise begleitet hat
Abschließend möchte ich noch ein Wort zu den Lemken sagen .Die Lemken sind eine Volksgruppe ,die oft Opfer der wechselenden Machtverhältnisse wurden.Sei es Nationalität oder Konfession.Sie wurden vertrieben,und nun kehren sie wieder langsam zurück.
In Polen gibt es den Spruch „In Dukla drehen die Krähen um“.Davon sollte man sich aber nicht beeindrucken lassen.Es lohnt sich die Welt hinter Dukla zu entdecken.
Der Heimat der Lemken.
Vielen Dank für einen unvergesslichen Urlaub.
Andreas Käßner

13 Reisegedichte im Umkreis der Kulturwanderreise nach Litauen im Juni 2012

Mittwoch, 20. Juni 2012

 

Günter F. Landsberger:

13 REISEGEDICHTE VOR, WÄHREND UND NACH UNSERER REISE NACH LITAUEN 2012

(wie andere Reiseteilnehmer… ihre Photos machten, schrieb ich diese dilettantischen lyrischen Gebilde auf, wie sie mir gelegentlich in den Sinn kamen)

 
THOMAS MANNS SOMMERHAUS

Bezaubernd der Blick
aus des Zauberers
Fenster zu Nida!

Der empathische Zauber
(emphatisch gewinnend
wie 30 Jahre zuvor einst
bei Haydn in Rohrau)
stellt sich
indessen
nicht ein.

(GFL, 04.06. 2012)

LITAUISCHER UFERWALD

Pirol, Goldammer und
Mönchsgrasmücke
ließen sich hören im Wald
am Ufer der Memel,

nah ihren Schleifen,

während wir schon leise
gedachten der Floßfahrt
des folgenden Tags.

(GFL, 08. 06. 2012)

OSTSEE

Kreisrund der Horizont
auf dem Meer.

Unser Fährschiff wird
zum Zentrum der Welt.

———————————

Was aber blenden wir aus?

Die massierte Menge
der Lastwägen
auf dem Schiff?

Den schiffseigenen Treibstoffgestank,
der den Meerduft verdrängt,
ja beinahe vollständig
frisst?

Oder was sonst?

(GFL, 02. 06. 2012)

LOCKBUCH

Anders als für Odysseus
steht das Ziel meiner Reise
nicht fest.

Anders als bei Odysseus
fährt meine Frau
schon mit.

Irr ich auch so?

(GFL, 02. 06. 2012)

AUFSTEHFREUDEN

Die allererste Musik,
die ich heute morgen,
als noch ungesuchte,
im Radio zu hören bekam,
war die des letzten Satzes
des Klarinettenquintettes
von Brahms.

Wie beglückend stark
sie doch immer noch
auf mich zu wirken weiß –

zumal nach zehntägiger,
unfreiwilliger Musikaskese –

die große Musik!

Musa sei Dank.

(GFL, 12. 06. 2012)

TREUE

Musa, Geliebte,
jetzt hör ich wieder
ganz auf Dich,
jetzt lass ich Dein
Gedicht in mir
wieder zu.

(GFL, 11. 06. 2012)

 

VORSICHT. KEIN GEDICHT.

Welch unvergleichliche
Sprache!
Das war nicht lettisch, nicht estnisch,
nicht polnisch, nicht russisch:
Litauisch.

(GFL, 11. 06. 2012)

AN MICH SELBST
(6. Juni 2012)

Am 70. Hochzeitstag
Deiner nun schon mehr
als zehn Jahre lang
toten Eltern,
dem Tag, an dem
in der Nacht danach
vor siebzig Jahren in Liebe
Deine Zeugungsstunde war,
bist Du,
anders als sie
vormittags vor 70 Jahren,
und unversehens
mit den 16 Freund…en
in einer Kirche gewesen,
die heute noch –
und nicht nur
von den paar hundert
Evangelischen daselbst –
Martin-Luther-Kirche
genannt wird,
dort in Šilutė,
das sich vor kurzem noch
russisch schrieb
und noch viel früher,
sagen wir
zu Sudermanns Zeiten,
mit bezeichnendem Ypsilon
Heydekrug hieß.

(GFL, 11. 06. 2012)

Wie sich des Nachts
das volle Mondlicht
und am Tage
das grelle Sonnenlicht
auf den gischtenden
Wogen der Ostsee
funkelnd und
strahlend und leuchtend
verteilt und
sei’s silbrig, sei’s flirrend
gleichzeitig
zu einem Ganzen sich eint.

(GFL, 02. 06. 2012)

ABEND UND MORGEN

Als wir uns sonntags in Vilnius
nichts Böses ahnend
zu viert auf eine Wirtshausbank
mit Fernblick
im Freien setzten,
sagte ich gerade zu meinem linken Nachbarn:
„Pass auf, dass Du nicht runterfällst.“

Und kaum gesagt,
da brach die Bank
mit lautem Krachen
schon entzwei – ,
und wir acht,
wir vier also
und die vier
uns gleich vis-à-vis am Tisch,
stoben sehr rasch
und entgeistert lachend
miteinander auseinander
zu einer deutlich entfernteren Bank,
mit großem Respekt
vom nahen Abgrund weg.

Als meine Frau heute morgen erwachte,
brachte der Radiowecker
wie zum Abschluss unsrer Reise
gerade ein Gedicht von Johannes Bobrowski:
„Letztes Boot darin ich fahr“.

(GFL, 12. 06. 2012)

SUDERMANN MIT FOLGEN

Auf einer Wiese
hinter der Evangelischen Kirche
von Šilutė / Heydekrug
las ich laut aus Sudermanns
„Litauischen Geschichten“
unserer Reisegruppe vor,
meinen aus Prag und München,
aus Polen und Litauen,
aus Bottrop, Bremen und Freising,
aus Köln, Berlin und Hannover,
aus Regensburg und Frankfurt an der Oder
stammenden Freund…en.

Unversehens danach,
einige von uns
saßen bereits wieder im Bus,
kam eine kleine, agile,
wie sich alsbald herausstellte,
aufgeweckt fromme Frau
auf uns zu,
die uns bereitwilligst
die Kirche öffnete,
diese uns kundig zeigte
und die uns zudem
Simon Dachs schönes,
so würdig ergreifendes
„Lied von der Freundschaft“
mit lauter, fester Stimme
abschließend vorlas.

(GFL, 12. 06. 2012)

 

FRECHHEIT?

Als wir siebzehn
in einem Lokal in Vilnius
am Abend zum letzten Mal

zusammensaßen,
fragte mich
die neben mir sitzende

Litauerin
was ich von der Schönheit
der litauischen Frauen
hielte.

Angesichts der Anmut,
des besonderen Liebreizes,
ja, der Schönheit
unserer jungen
litauischen Aufwärterin
und mit ausdrücklichem Bezug
auf diese,
fiel mir
meine Antwort leicht.

Diese Schönheit
der litauischen Frauen
komme
von dem litauischen
Völkergemisch,
fuhr sie fort,
die bei den litauischen Männern
indessen
nicht durchschlage.

Dafür seien umgekehrt
die deutschen Frauen
nicht schön,
wohl aber
die deutschen Männer. –

Daraufhin schwieg ich,
fühlte mich nicht zuständig.

(GFL, 14. 06. 2012)

 

 

 

Weiß der Kuckuck

Heute morgen
versuchte ich
den Kuckucksdialekt
zu buchstabieren.

Da ich dies nicht konnte,
verlegte ich mich
aufs Zählen.

Der deutsche Kuckuck
am Heidsee heute
rief auch zwölf-,
dreizehnmal hinter-
einander
wie vor kurzem noch
der litauische Kuckuck
an der großen Memelschleife.

Glücklicherweise
hatte ich meine
Geldbörse
münzvermehrungswillig
auch hier
mit dabei.

(GFL, 17. 06. 2012)

 

Orava-Reise Slowakei Mai/Juni 2006

Donnerstag, 15. März 2012

Bilder aus Slowenien Mai 2010 Torsten Schütte

Dienstag, 6. Juli 2010

Bulgarienreise Mai 2010

Sonntag, 4. Juli 2010

Vielfalt Slowenien

Montag, 14. Juni 2010

Zwischen Tatra und Beskiden

Donnerstag, 8. April 2010

Zips und Hohe Tatra

Donnerstag, 8. April 2010

Wandern durch Europäische Kunstgeschichte
Eine Bilderreise – von Kunden und Begleitern

Raue Nächte, weiße Tage

Donnerstag, 8. April 2010

Kulturwinter im Böhmerwald   – fotografiert von Arthur Schnabl